Warum wir der Farbe soviel Bedeutung beimessen

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Panespol® bietet unglaublich viele Möglichkeiten und chromatischen Optionen, ausgehend von den klassischen Tönen bis hin zu den modernsten Farben.

Für uns ist die Farbe ein wichtiger Faktor. Warum?

Die  Optical Society of America  hat die Anzahl an Farben, die ein normales menschliches Auge unterscheiden kann, klassifiziert und  ist auf ein Ergebnis zwischen 7,5 und 10 Millionen Farben gekommen, d.h., die meisten Menschen sind so ausgerüstet, um an das Gehirn die Reize weiterzuleiten, die unsere Wahrnehmungen sofort beeinflussen können.

Hypothesen untermauern die Idee, dass Farben unseren Schlafzyklus, unseren Geschmack und unser Verhalten beeinflussen können, insbesondere, wie wir uns in Umgebungen verhalten, die dafür entworfen wurden, unseren Umgang mit dem Geld auf diese Weise zu beeinflussen. So kommt die Behauptung zustande, dass die Farben unsere Art zu wünschen ändern können.

Moden und Trends

Selbst wenn die Wissenschaft, die Kunst und die Philosophie in über einem Jahrhundert in Sachen Farbe so viele Theorien aufgestellt haben mag, hängen die Anwendungskriterien des Chromatismus grundsätzlich von den Mode- und Trendschwankungen ab. In der gegenwärtigen Konsumgesellschaft werden die Farben ständig gewechselt, um die Umsätze zu steigern und das Überleben der Geschäfte zu gewährleisten. Diese regelmäßigen und häufig zyklischen Änderungen werden von den Ansichten von Berufsverbänden wie dem Color Marketing Group, Förderer einer entscheidenden Europäischen Konferenz, und Experte auf diesem Gebiet oder dem Color Association of the United States beeinflusst. Ihre Studien und Schlussfolgerungen verwandeln Designer in Wegweiser und Verschreibende für die im geschäftlichen Bereich verwendeten Farben. Und auch wenn sich die Trends an das Klima, an die kulturellen Besonderheiten und an die regionalen Stile anpassen, bilden diese Richtlinien die öffentlichen und sozialen Kodizes in Sachen Farben.

Jene, die in der Umwandlung der Bereiche, die uns umgeben arbeiten, d.h. Architekten, Innenausstatter und Dekorateure, müssen mit äußerster Sorgfalt mit den Farben umgehen. Die Farbe ist ein durch das Licht subjektiv geschaffenes Gefühl und stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Gestaltung einer Umgebung dar. Die Architekten, insbesondere jene aus dem 20. Jh. zeigten ein viel konservativeres Interesse für dieses Thema als die Designer und Dekorateure, die gewagter sind und eine größere Bereitschaft zum Experimentieren demonstrierten.

Die Wissenschaft

Die Wissenschaft hat jedoch in ihren Experimenten mit der Farbe gewissenhaft vorzugehen. Sie hat pseudowissenschaftliche, häufig vom Designerkollektiv geförderte Behauptungen und Überlegungen, die häufig exzessiv die Wirkungen der Farbe auf psychologischer Ebene vereinfachen, in Frage gestellt. Es existieren keine stichhaltigen Beweise, dass die Farben zum Beispiel die Gesundheit beeinträchtigen. Es ist nicht nachgewiesen worden, dass eine bestimmte Farbe in einem Healthcare-Bereich den Gemütszustand, die geistigen Aktivitäten oder das Verhalten beeinflussen kann.

Wahrnehmung in den Verkaufsflächen

Es gibt jedoch mit der Wahrnehmung der Farbe verbundene Einschätzungen, die nachweisen, dass die Anwendung der Farbe, die Erfahrung und folglich das Verhalten der Menschen in bestimmten Umgebungen beeinflussen kann. Wichtig dabei ist, sich dessen bewußt zu sein, dass es nicht nur das Wohlgefühl des Verbrauchers zu verbessern gilt. Die Firmen müssen berücksichtigen, wie sich die Farbe auf ihre eigenen Angestellten und Mitarbeiter auswirkt.

Ein wesentlicher Faktor für das Wohlergehen sowohl der Arbeiter als auch der Kunden liegt zum Beispiel in der Wahrnehmung der Weiträumigkeit eines Bereiches, der in der Regel auf Dunkelheit oder Helligkeit einer Farbe zurückzuführen ist. Obwohl eine neuere Studie (mehr Information dazu, siehe unten) dies in Frage stellt.

Das Schlüsselwort ist zweifelsohne Wahrnehmung. Das Vorhandensein einer Assoziation zwischen Farbe und Gemütsstimmung wird von wissenschaftlichen Studien belegt. Sie weisen eine Wechselwirkung zwischen kulturell angelernten Assoziationen und der physiologischen und psychologischen Realität der Menschen nach.

Über unsere visuelle Wahrnehmung nehmen wir eine direkte Information auf, die wir mit unserer eigenen, aus unserer Umgebung stammenden kognitiven Information als auch aus den Assoziationen mit Farben, die wir in der Vergangenheit gewannen, kontrastieren. Anders gesagt hängen unsere Wahrnehmungen von den kulturellen Standards ab, die ihrerseits unseren ästhetischen Geschmack sowohl positiv als auch negativ bestimmen.

Verschiedene Studien von Farbexperten, u.a. Eysenck (1941), Guliford und Smith (1959) und Simon (1971) haben wiederholt bestätigt, dass gewisse Farben wünschenswerter für die Mehrzahl der Menschen sind als andere.

Auf einer Gewerbefläche treffen eine Vielzahl verschiedener Menschen aufeinander, die sich von den umgebenden Farben in unterschiedlicher Weise beeinflusst fühlen können. Obwohl die Auswahl der Farben grundsätzlich dazu dienen soll, das Image der Marke zu stärken, muss bei spezifischen Produkten, Dienstleistungen oder Werbeaktionen ein Gleichgewicht gefunden werden. In einem Laden sollten die Farben mit den Eigenschaften des Geschäfts und den Produkten harmonisieren. Auch die Beleuchtung und die Verkaufsflächen müssen untereinander abgestimmt sein.

 

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Welche Gewerbefläche ist die Richtige?

Die großen Firmen mit hunderten oder sogar tausenden von Geschäften auf dem ganzen Planeten wissen, dass die kulturellen Unterschiede eine entscheidende Rolle in der Weise spielen, wie Farben einen Einfluß auf die Menschen ausüben.

Die Farbe Rot, zum Beispiel kann im Fernen Osten als Symbol für Glück und Wohlstand gedeutet werden, während in der angloamerikanischen Kultur Rot mit Gefahr und Warnung verbunden wird, und folglich die Öffentlichkeit aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Andererseits gibt es Studien, wonach Rot die Lieblingsfarbe von Kindern im Vorschulalter – eine sehr impulsive Gruppe- ist. Diese Vorliebe zu Rot nimmt bei der Mehrzahl der Kinder mit dem Alter ab, wobei gleichzeitig die kälteren Farben Blau und Grün die Oberhand gewinnen. Überlegungen solcher Art sind für die Schaffung einer Lernumgebung oder eines an Kinder gerichteten Bereiches, oder sogar für Kindergeschäfte von großer Bedeutung.

Zirkadianer Rhythmus und andere Theorien

Angesichts der gewerblichen Landschaften und Flächen, die rund um die Uhr geöffnet sind, nimmt die Untersuchung des durch die Farben in unserem 24-Stunden-Zyklus ausgeübten Einflusses in den letzten Jahren eine wachsende Rolle ein, und zwar nicht nur für Designer sondern auch für die Wissenschaft.

Die Weise, in der unser Körper die „Stunden zählt“, hängt von den Reizen ab, die uns unsere Umgebung vermittelt – vergleichbar mit den Farben um uns herum in konkreten Umgebungen – und diese wird als zyrkadianer Rhythmus definiert, d.h. es sind die physischen, mentalen und verhaltensspezifischen Änderungen, die in einem Zeitraum von ca. 24 Stunden hervorgerufen werden. Die Theorie besagt, dass Farben unsere Hormone – beispielsweise das Melatonin, das die Müdigkeit kontrolliert – beeinflussen kann, was sich wiederum auf unseren Gemütszustand auswirkt.

Neuere Forschungsergebnisse der Universität Manchester (Vereinigtes Königreich) besagen, dass die Nuancen des Farbtones, und nicht allein die Helligkeit, Information weiterleiten kann, die auf unsere zyrkadianischen Reaktionen einwirkt.

Die Farbe ändert einen Raum und zwar nicht allein wegen der Beleuchtung sondern wegen der Oberflächen, die dieses Licht widerspiegeln und deren Nuancen ändern. Übereinstimmend mit dem Forschungsartikel über die zyrkadianischen Rhythmen erklärt der Hersteller von Crayola-Stiften, wie unser Auge nur die Farben unterscheidet, die auf der Oberfläche widergespiegelt werden, und wie einige Farben abprallen und andere absorbiert werden.

Ausgegangen von der Kenntnis der Auswirkung von Farben in Einkaufsbereichen ist es nun vielleicht die erste Herausforderung der Designer zu entscheiden, inwieweit sie die Verkäufe auf „Knopfdruck“ der Kunden  beeinflussen wollen, oder inwieweit es auch sinnvoll ist, den Elan und die Aufmerksamkeit der Angestellten, die die Kunden betreuen, zu stimulieren. Letzteres ist höchstwahrscheinlich vorteilhafter.


Wir suggerieren anschließend einige Titel und Ideen zum Thema Theorien der Farben:

History of colour theories: (Gage, 1999),

Colour schemes and color harmony: Albers (1963); Birren (1982); Buckley (1975); Crone (1999); Fehrman and Fehrman (2004); Itten (1970, 1987); Jones (1972); Gerrisen (1974); Katz (1935); Kuppers (1973); Munsell (1941), Pile (1997);…

Colour in the Bauhaus movement, Ostwald (1969) noted
Harmony = Order (Malnar and Vodvarka,1993, p. 58).

Colour in Gestalt psychology, Mahnke (1996)

Colour influence on estimating volume, weight, temperature, time, and noise: Chambers (1955); Schlenoff, (1972); Sundarapura (1989); Cartwright (1992); Grocoff (1999); and Sawada (1999).

Birren (1982). Background colors influencing the appearance of food (Sharpe, 1981; Helson and Lansford, 1970; Sanders, 1959).

Newsome (1986)